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Smart Stores 24/7 im Jahr 2026

Januar 26, 2026

Wie sich eine ganze Branche neu sortiert

In den vergangenen Jahren ist ein Markt entstanden, der 2019 noch als Nische begann: Mehr als 700 Smart Stores 24/7 versorgen inzwischen Stadtviertel, Dörfer und günstige Verkehrslagen in Deutschland mit Lebensmitteln und Produkten des täglichen Bedarfs. 2025 brachte mit der Diskussion um das neue Ladenöffnungsgesetz (LadÖG) in Baden-Württemberg, gerichtlichen Entscheidungen und politischen Auseinandersetzungen eine Zäsur – rechtlich, medial und strategisch.​

2026 wird zum Jahr, in dem sich diese Weichenstellungen in konkreten Projekten, Kooperationen und auch Marktbereinigungen niederschlagen. Große Handelsketten wie Edeka, Rewe und V-Markt gehen mit eigenen Walk-in- und Hybridkonzepten in die Fläche, während Franchise-Systeme wie Tante Enso oder andere Anbieter ihre Netze verdichten und gleichzeitig viele lokale Kaufleute ihre ersten 24/7-Nahversorger eröffnen. Eine ganze Branche ist im Auf- und Umbruch.​

Trend 1: Walk-in-Store und Hybrid-Konzepte werden Standard

Während die ersten Smart Stores noch stark auf Automatenlösungen setzten, zeigen sowohl die DHBW-Studien als auch qualitative Marktanalysen, dass begehbare Walk-in-Stores mit Regalen und Self-Checkout-Kassen das attraktivere Format sind.​

  • Kundinnen wollen Ware anfassen, vergleichen und spontan ergänzende Produkte mitnehmen – das gelingt im Walk-in-Store besser als am Automaten.​
  • Hybride Konzepte, bei denen der Markt tagsüber mit Personal und abends/nachts vollautomatisiert läuft, verbinden das Beste aus beiden Welten: Service, Frische und Beratung mit erweiterten Öffnungszeiten.​

Edeka Südwest, Rewe und andere große Ketten arbeiten bereits an solchen hybriden Konzepten, bei denen Self-Checkout-Kassen und digitaler Zutritt schrittweise ausgebaut werden. 2026 ist damit zu rechnen, dass in vielen Mittel- und Kleinstädten neue „Mini-Hypermixe“ entstehen: tagsüber klassischer Supermarkt, abends smarter Nahversorger mit reduzierter Fläche und weniger geöffneter Sortimentsbereiche.​

Trend 2: 150qm Nahversorger im ländlichen Raum

Parallel dazu werden kompakte 24/7-Nahversorger im Bereich unter 150 Quadratmetern ihr Profil schärfen. Die Kombination aus Rechtsklarheit, Sortimentsbegrenzung und Sonntagsöffnung macht dieses Format besonders interessant für:

  • kleinere Gemeinden ohne eigenen Vollsortimenter,
  • Ortsteile größerer Städte, in denen klassische Märkte fehlen,
  • kombinierte Standorte an Dorfgemeinschaftshäusern, Raiffeisen-Märkten, kommunalen Immobilien oder Hofläden.​

Die DHBW-Befragungen zeigen, dass die Bevölkerung gerade in diesen Lagen das Angebot nicht als „Shopping-Tempel“, sondern als alltagstaugliche Infrastruktur wahrnimmt: 95 Prozent der Befragten empfinden, dass ihr Ort durch den unbemannten Nahversorger aufgewertet wird, 90 Prozent möchten nicht mehr auf ihn verzichten. 2026 wird daher weniger eine Frage sein, ob das Format akzeptiert ist – sondern wo noch geeignete Standorte erschlossen werden können, bevor Wettbewerber zuvor kommen.​

Trend 3: Franchise-Systeme und Marken-Netzwerke

Die Aufbauphase 2019–2023 war stark von Einzelinitiativen und regionalen Pilotprojekten geprägt. 2026 zeichnet sich eine stärkere Markenbildung und Professionalisierung ab:

  • Franchise- und Partnerkonzepte wie Tante Enso oder andere Smart-Store-Systeme bieten Paketlösungen von Technik über Warengruppen bis zur Schulung.​
  • Lokale Kaufleute, Genossenschaften oder Landwirte können damit schneller einsteigen, ohne alle Bausteine selbst entwickeln zu müssen.
  • Gleichzeitig steigt der Wettbewerb um geeignete Flächen und Kommunen, die sich für bestimmte Marken entscheiden – ähnlich wie bei Tankstellen oder Bäckereiketten.

Die Kehrseite: Je standardisierter Systeme werden, desto größer wird der Druck zur Konsolidierung. Kleinere Betreiber ohne klare Marke, ohne Effizienz im Einkauf oder ohne solides digitales Setup werden 2026 merken, dass der Markt professioneller und kompetitiver wird. Wer nur „mal eben einen Containerladen aufstellt“, hat es zunehmend schwer, sich zu halten.​

Trend 4: Konsolidierung – nicht jeder Smart Store wird bleiben

Marktdaten aus anderen Ländern und frühen Smart-Store-Wellen zeigen: Nach einer Phase schnellen Wachstums folgt fast immer eine Marktbereinigung. Erste Anzeichen dafür sind bereits sichtbar:

  • Standorte mit zu geringem Einzugsgebiet oder falscher Positionierung erreichen nicht die notwendige Frequenz.
  • Betreiber unterschätzen teilweise Aufwand für Warendisposition, Sortimentspflege und technische Betreuung – trotz Personaleinsparungen entsteht eine neue, komplexe Betreiberrolle.
  • Wettbewerbsdruck durch zusätzliche 24/7-Läden oder neue Vollsortimenter in Reichweite kann einzelne Projekte ins Wanken bringen.​

Für 2026 ist daher von einer „doppelten Bewegung“ auszugehen: Während an vielen Orten neue 24/7-Nahversorger entstehen, werden an anderer Stelle Standorte vom Netz genommen, zu Hybridfilialen umgebaut oder in andere Konzepte integriert. Langfristig wird sich eine Kernzahl wirtschaftlich stabiler Standorte herausbilden, die auf solider Standortanalyse, effizientem Betrieb und klarer Kundenpositionierung beruhen.​

Trend 5: Große Handelsketten testen, lernen – und selektieren

Edeka, Rewe, V-Markt Mini und andere Filialisten haben gegenüber Einzelbetreibern einige klare Vorteile:

  • Starke Einkaufs- und Logistikstrukturen,
  • IT-Ressourcen für Zugangssysteme, Kassensoftware, KI-basierte Diebstahlprävention,
  • Etablierte Marken, die Kundenvertrauen und Frequenz bringen.​

Gleichzeitig sind ihre Standards und Kostenstrukturen höher:

  • Flächen unter 150qm sind für klassische Supermarktbetreiber wirtschaftlich ungewohnt.
  • Zentral gesteuerte Sortimente und Prozesse passen nicht immer zu den sehr lokalen Bedürfnissen von Dörfern mit 1.000 oder 2.000 Einwohnern.

Daraus ergibt sich voraussichtlich folgendes Bild für 2026: Im ländlichen Raum bleiben viele Flächen übrig, die wirtschaftlich eher in die Hände lokaler Kaufleute oder kleiner Filialisten gehören – genau jene Zielgruppe, für die das Ladenöffnungsgesetz in Baden-Württemberg mit seiner 150qm Grenze und Sonntagsöffnung geschrieben wurde. Große Ketten fokussieren Smart-Store- und Hybridkonzepte vor allem auf Standorte mit höherem Umsatzpotenzial: Stadtviertel, Verkehrsknoten, Wohnquartiere mit hoher Dichte.

Trend 6: Daten, KI und Dynamic Pricing bleiben Nischenthemen

Im Hype um autonome Läden ist oft von KI-gestützter Warenüberwachung, Kameraerkennung und dynamischen Preisen die Rede. In der Fläche zeigen die bisherigen Projekte aber, dass die meisten Betreiber 2025 noch auf robustere, weniger komplexe Lösungen setzen:

  • Zutritt meist per Bank- oder Kundenkarte, seltener per App oder Biometrie.​
  • Größtenteils Self-Checkout-Technik mit Scan und Kartenzahlung;
  • „Grab & Go“-Konzepte mit Kameraverfolgung sind bislang Ausnahme.​
  • Preisgestaltung überwiegend statisch; Promotions und Rabattsysteme spielen eine geringere Rolle als Öffnungszeiten und Erreichbarkeit.​

Für 2026 ist zwar mit mehr Experimenten zu rechnen, etwa bei größeren Ketten oder städtischen Konzepten. In ländlichen 24/7-Nahversorgern wird das Hauptaugenmerk aber weiter auf Zuverlässigkeit, einfacher Bedienbarkeit und Kosteneffizienz liegen – nicht auf maximaler Technisierung. Entscheidend ist, dass der Einkauf für 85–90 Prozent der Kundschaft „ohne Probleme“ funktioniert, wie es die Kundenbefragung der DHBW zeigt.​

Geschäftsmodelle 2026: Wer setzt sich durch?

Aus heutiger Sicht lassen sich für 2026 vier zentrale Geschäftsmodell-Typen unterscheiden, von denen jeder seine eigene Nische hat:

  1. Ländlicher 24/7-Nahversorger (≤150 qm)
    • Betreiber: selbstständige Kaufleute, Dorfladeninitiativen, kleinere Filialisten, vereinzelt Franchise-Systeme.
    • Fokus: Grundversorgung, starke Ortsbindung, Sonntagsöffnung, häufig Container- oder Kompaktbauweise in Bestandsimmobilien.
    • Erfolgsfaktoren: passendes Einzugsgebiet, vernünftige Sortimentsbreite, verlässliche Prozesse, lokale Verwurzelung.​
  2. Urbaner Convenience-Smart-Store (150–400 qm)
    • Betreiber: große Ketten, Convenience-Spezialisten, Tankstellenverbünde.
    • Fokus: schnelle Snacks, To-go-Produkte, ergänzende Einkäufe, vor allem in Wohn- und Büroquartieren.
    • Erfolgsfaktoren: hohe Frequenz, Markenstärke, technischer Komfort, teilweise Integration in ÖPNV-Knoten oder Bürokomplexe.​
  3. Hybrid-Supermarkt mit Nachtmodus (>400 qm)
    • Betreiber: Edeka, Rewe, V-Markt und andere Filialisten.
    • Fokus: tagsüber Vollsortiment mit Personal, nachts reduzierte Sortimentsbereiche mit Self-Checkout.
    • Erfolgsfaktoren: integrierte IT, klare Sicherheitskonzepte, angepasste Ladenlayouts.​
  4. Automaten-Cluster und Vending-Konzepte
    • Betreiber: spezialisierte Vending-Unternehmen, Gastronomie, kleinere Händler.
    • Fokus: Mikro-Standorte, Hotspots, sehr kleine Flächen (Bahnhöfe, Campus, Firmen).
    • Erfolgsfaktoren: geringe Betriebskosten, klarer Fokus auf wenige Warengruppen (Getränke, Snacks, einzelne Frischeprodukte).​

Langfristig werden sich Mischformen aus diesen Modellen etablieren – aber 2026 dürfte das erste Jahr sein, in dem sich diese Typen sichtbar voneinander abgrenzen und gezielt weiterentwickelt werden.

Was 2026 für neue Betreiber bedeutet – und wie Beratung helfen kann

Für alle, die 2026 in den Markt einsteigen oder bestehende Projekte weiterentwickeln wollen, sind die Herausforderungen komplex:

  • Standortanalyse im Spannungsfeld von Einzugsgebiet, Wettbewerb und 150qm Grenze.
  • Auswahl des passenden Geschäftsmodells: reiner 24/7-Nahversorger, Hybrid mit Tagespersonal, Kombination mit Gastronomie oder Hofladen.
  • Gestaltung eines Sortiments, das die rechtlichen Vorgaben erfüllt und gleichzeitig die Bedürfnisse der lokalen Kundschaft trifft.​
  • Integration von Zutrittssystemen, Kassentechnik, Warenwirtschaft und Remote-Überwachung.
  • Kommunikation mit Kommunen, Kirchen, Anwohnern und Medien – insbesondere, wenn Sonntagsöffnung emotional diskutiert wird.​​

Professionelle Beratung kann hier viel Zeit und Lehrgeld sparen: von der ersten Potenzialanalyse über die Wirtschaftlichkeitsrechnung bis zur Begleitung in Genehmigungsfragen und der praktischen Implementierung. 2026 wird gerade für neue selbstständige Kaufleute das Jahr, in dem sich entscheidet, ob aus einer Idee ein tragfähiges, skalierbares Konzept wird.

Ausblick: 24/7-Nahversorgung als langfristiger Bestandteil des Handels

Am Ende geht es bei allen technischen, rechtlichen und strategischen Fragen um eine simple Beobachtung: Die Menschen vor Ort haben unbemannte Nahversorger längst akzeptiert – und erwarten, dass sie bleiben.​

  • Sie schätzen die Sonntagsöffnung, weil sie Alltagssituationen löst, nicht weil sie zum Sonntagsbummel einlädt.​
  • Sie erleben, dass ihr Ort durch moderne Nahversorgung aufgewertet wird, und verbinden emotionale Bindung mit „ihrem“ Store.​
  • Sie sind bereit, für Flexibilität und Nähe etwas höhere Preise zu akzeptieren, solange Angebot und Bedienbarkeit stimmen.​

2026 wird deshalb weniger die Frage beantworten, ob Smart Stores 24/7 bleiben, sondern wie sie sich in die Handelslandschaft einfügen: als fester Bestandteil ländlicher Versorgung, als Ergänzung zu Supermärkten und Discountern, als Technologiebaustein in Hybridfilialen – und als Spielfeld, auf dem große Konzerne und selbstständige Kaufleute unterschiedlich, aber nebeneinander erfolgreich agieren können.

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